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TV On The Radio

Massive Attack – Heligoland (Virgin/EMI)

Category: Music / Reviews

England, Anfang der Neunziger: Brit-Pop-Bands füllen ganze Stadien, Hip-Hop wird von der breiten Masse wahrgenommen und auch elektronische Musik gewinnt an Popularität. Irgendwo dazwischen entwickelt sich derweil eine ganz neue Art von Musik. In Band-ähnlicher Besetzung spielen junge Künstler mit Samples und elektronischen, als auch herkömmlichen Mitteln träge und melancholisch klingende Songs ein, die vom Tempo und Aufbau an Hip-Hop-Stücke erinnern. Passend wird das Genre Trip-Hop genannt.

Pioniere auf diesem Gebiet ist die Bristoler Band Massive Attack, die vor allem durch ihre Zusammenarbeiten mit verschiedenen Gastsängern bekannt wird: Tracey Thorn von Everything But The Girl, Horace Andy, Nicolette und Tricky (ursprünglich Teil der Formation), um nur einige zu nennen.

Über zwanzig Jahre nach ihrer ersten Single-Veröffentlichung “Any Love” präsentieren Massive Attack nun ihr fünftes offizielles Studio-Album Heligoland. Auch diesmal trumpfen die Jungs mit erstklassigen Kollaborationen auf. Im Eröffnungssong „Pray for Rain” ist beispielsweise Tunde Adebimpe von TV On The Radio zu hören – und dies in einem ungewohnten Kontext, singt er doch hier ganz gelassen zu einem minimalistischen Arrangement mit Percussion und Piano. Highlight des Albums ist die Zusammenarbeit mit Hope Sandoval aka Mazzy Star, die die Vocals zu „Paradise Circus“ beigesteuert hat. Was mit einem typischen Massive Attack-Beat und Sandovals entzückender Stimme beginnt, endet in einem dramatischen Wirrwarr von Streichern. Leider enttäuscht der Track mit Damon Albarn. Der Sänger von Blur, Gorillaz und The Good, The Bad And The Queen vermag dem Song „Saturday Come Slow” nicht die Magie einzuhauchen, mit der er Tracks wie „Song 2“ oder „Feel Good Inc.“ einst veredelte. Der Song klingt eher wie eine missglückte Annäherung an Radiohead.

Heligoland ist leider kein Meilenstein wie Massive Attacks Debütalbum „Blue Lines“ oder das Meisterwerk „Mezzanine”. Nichtsdestotrotz passt das Album in das Gesamtwerk der Bristoler Trip-Hop-Combo und wartet mit durchaus gelungenen Songs auf. Wer sich selbst ein Bild machen möchten, kann derzeit auf der holländischen Seite 3VOOR12 in das komplette Album als Stream reinhören.

Ungeklärt bleibt, was das Album mit der deutschen Nordsee-Insel Helgoland (englisch Heligoland) zu tun hat. Immerhin hat die Plattenfirma eine Google-Maps-Karte mit Gadgets wie Gerüchteküche, Videos oder Bildern kreiert. Reinschauen lohnt sich!

Massive Attack – Heligoland erscheint am 5. Februar 2010 via Virgin/EMI. Für Vinylliebhaber gibt es von The Vinyl Factory eine Triple-Gatefold-Edition.

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Deutschland klatscht in die Hände - The Phenomenal Handclap Band

Category: Music

Für all diejenigen von euch, die momentan gerne psychedelischen Disco-Sound von Bands wie MGMT oder Empire Of The Sun hören, sind The Phenomenal Handclap Band ein weiteres Mittel, eure Sucht danach zu stillen.

Nachdem die Debüt-LP bereits auf dem europäischen Markt erschienen ist - im Juli auf dem britischen Label Tummy Touch und im Juni auf dem US-Label der Friendly Fires - hat das Münchener Label Gomma die lang ersehnte Platte nun endlich auch auf dem deutschen Markt herausgebracht.

Mitglieder der Band sind u.a. Teile von TV On The Radio, der Amy Winehouse Band und sogar Jon Spencer von The Blues Explosion.

Vertraut dem Hype und seht euch das unten stehende Video an:

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War Child Heroes

Category: Music

Gute Musik kennt keine Genre-Grenzen und daher ist der Fokus bei Electronic Beats zwar auf elektronische Musik gerichtet, doch wir schauen selbstverständlich auch und ständig über den Tellerrand. Daher ist es uns ein Anliegen euch das War Child Projekt vorzustellen.
Es wurde gegründet, um Kindern zu helfen, die unter den Kriegen im Irak, Kongo, Afghanistan und Uganda ganz besonders leiden und mit Armut, ethnischen Säuberungen und den Kriegswirren zu kämpfen haben.

Um diese Arbeit zu finanzieren, erscheint am 16. Februar unter dem Titel “War Child Heroes” bereits die fünfte Compilation mit den spannendsten und momentan wahrscheinlich erfolgreichsten Pop-Acts; neben Hot Chip (siehe Foto oben), den Scissor Sisters, Lily Allen, TV On The Radio, den Yeah Yeah Yeahs und Rufus Wainwright, haben u.a. auch Franz Ferdinand einen Song beigesteuert.

Alle Titel sind Coverversionen von persönlichen Helden, Vorbilder oder Idolen der betreffenden Bands bzw. Künstler und auch hier wurde nicht mit großen Namen und großen Pop-Titeln gegeizt: Die Palette reicht von Bob Dylans “Leopard-Skin Pill-Box Hat” (Interpretiert von Beck), The Clashs “Straight To Hell” (Lily Allen), David Bowies “Heroes” (TV On The Radio), bis zu The Kinks und “Victoria” (The Kooks).

Mit dem Kauf dieser Platte schlägt man also zwei Fliegen mit einer Klappe; man unterstützt ein äußerst lohnenswertes humanitäres Projekt und bekommt zudem noch eine topgute Compilation geliefert: Klassische Win-Win-Situation!

Tracklist:
1 Beck (Bob Dylan: “Leopard-Skin Pill-Box Hat”)
2 Scissor Sisters (Roxy Music: “Do The Strand”)
3 Lily Allen (The Clash: “Straight To Hell”)
4 Duffy (Paul McCartney: “Live And Let Die”)
5 Elbow (U2: “Running To Stand Still”)
6 TV On The Radio (David Bowie: “Heroes”)
7 Hot Chip (Joy Division: “Transmission”)
8 The Kooks (The Kinks: “Victoria”)
9 Estelle (Stevie Wonder: “Superstition”)
10 Rufus Wainwright (Brian Wilson: “Wonderful/Song For Children”)
11 Peaches (Iggy Pop: “Search And Destroy”)
12 The Hold Steady (Bruce Springsteen: “Atlantic City”)
13 The Like (Elvis Costello: “You Belong To Me”)
14 Yeah Yeah Yeahs (The Ramones: “Sheena Is A Punk Rocker”)
15 Franz Ferdinand (Blondie: “Call Me”)

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Gang Gang Dance - Saint Dymphna (Warp)

Category: Music / Reviews

Das vierte Album der arty Brooklyn-Gruppe Gang Gang Dance, “Saint Dymphna”, ist ein auditiver Blitzangriff auf die Sinne. Unzählige musikalische Ideen und Ansätze werden zitiert, katalysiert und in diese 45-minütige CD gepackt.

Obwohl sie bereits seit über zehn Jahren Musik machen, waren sie, anders als New Yorker Bands wie TV On The Radio oder Animal Collective, nur wenigen Menschen außerhalb von nerdigen Hipster-Cliquen oder der Kunstszene ein Begriff. Das sollte sich mit “Saint Dymphna” definitiv ändern, denn dies ist mit Sicherheit ihr eingängingstes und massenkompatibelstes Werk. Doch dieser Eingängigkeit wurde, Gott sei Dank, nicht der typische elektronisch-grobe Sound der vorhergehenden Alben geopfert, dem es immer wieder gelingt den Bogen von melodiösen Gitarren-Elementen hin zum experimentellen Electro zu schlagen. Die Vocals von Frontfrau Liz Bougatsos durchschneiden die ornamentartigen Klangcollagen immer wieder, genauso wie dieses Album die Mittelmässigkeit zeitgenössischer Musikproduktionen weit hinter sich lässt.

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