Wie bist du mit elektronischer Musik in Berührung gekommen?
Ich interessiere mich für Musik seit ich denken kann und nachdem ich das erste Mal “Hot Mix Five” im Radio gehört hatte, wollte ich unbedingt lernen wie man diese Musik macht und auflegt. Ich habe versucht die Mixe mitzuschneiden und zu editieren. Dank meiner technischen Neugier fand ich dann Möglichkeiten zu produzieren.
Als du das erste Mal an den Knöpfen des 303ers drehtest, und der typische Acid-Sound rauskam, war dir da klar, was für eine nachhaltige Bedeutung das haben würde?
Überhaupt nicht! Wir (Phuture) hatten nicht die geringste Ahnung, dass das so einschlagen würde. Wir wussten lediglich, dass es sich unglaublich und anders anhörte, aber wir produzierten damals mit dem Ziel, Ron Hardy dazu zu bringen unsere Tracks in der Music Box zu spielen.
Was genau hat diesen Sound so spannend und interessant für dich gemacht?
Die Energie. Acid hat eine Energie, die dich zum Ausrasten bringen kann.
Wie erklärst du jemandem, der sich mit der Materie nicht so auskennt, WildPitch?
WildPitch ist ein Musik-Stil, der sich sukzessive aufbaut. Es beginnt mit einer ganz simplen Bassline. Diese bildet die Basis, auf der sich alles aufbaut. Dann wird es immer verrückter und durchgedrehter bis zum absoluten Breakdown. Junior Vasquez hatte großen Einfluss auf diesen Sound, denn er half mit ihn zu kreieren, in dem er jeden WildPitch-Track, den ich machte, im Club auflegte.
Du bist nun seit 20 Jahren im Musik-Geschäft. Wie hältst du das hohe Niveau?
Du musst kreativ wachsen, innovativ sein und Grenzen ausloten, aber darfst dich selber nicht vergessen. Außerdem darf man keinen Trends hinterherlaufen und die Liebe zur Musik verlieren. Da muss immer das kribbelige Gefühl wie beim ersten Kuss oder der ersten Freundin vorhanden sein.
Auf welche Art und Weise inspiriert dich elektronische Musik heute noch?
Elektronische Musik fordert mich heraus ein neues Level zu erreichen. Ich versuche Türen für die Musik und neue Künstler zu öffnen, deshalb habe ich mein eigenes Label gegründet. Damit habe ich einen gewissen Einfluss und kann dem Nachwuchs helfen, Fuß zu fassen.
Was für Musik hörst du, wenn du nicht im Studio bist oder auftrittst?
Ich mag Gospels: Yolanda Adams, Foundation Reggae und Electro, aber auch Rihanna, Kanye West und Chris Brown.
Wie hat sich New York verändert seit du in die Stadt gekommen bist?
Noch immer steht in New York das Business im Mittelpunkt. Ich bin gerade zurück nach Chicago zu meinen alten Freunden und meiner Familie gezogen. In Chicago ist alles ein bißchen langsamer, aber ich habe meine Familie um mich.
Würdest du noch mal als A&R arbeiten?
Nur unter der Bedingung, dass ich die letzte Entscheidung treffe. Das mache ich momentan bei meinem Label Afro Acid Plastik, dort haben mein Partner und ich das letzte Wort. Jemandem Rechenschaft abzuliefern ist nicht mein Ding.
Erzähl mir etwas von deinem Projekt Afro Acid.
Es ist eine Vision für mein erstes Album. Eine Kombination aus House, Techno, ein bißchen Rock, exotischen und urbanen Sounds. Ich kann dir noch nicht sagen wann es erscheint, aber es wird erscheinen!
(Übersetzung: Jonas Morea)
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